Presseerklärung des vdää zur Ablehnung von Krankschreibungen

20. August 2013

Eine Konsequenz der Konkurrenz der Krankenkassen!

Über 200.000 Patientinnen und Patienten, die gesetzlich versichert sind, erhalten von ihren Krankenkassen keine Kur oder Krankengeld mehr, weil der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) entsprechende Anträge ablehnt. Auch bei Hilfsmitteln wird zunehmend gespart.

 „Meine und die Erfahrungen meiner Kolleginnen und Kollegen können diese Meldungen nur bestätigen“, so der niedergelassene Gastroenterologe und stellvertretende Vorsitzende des Vereins demokratischer Ärztinnen und Ärzte, Dr. Bernhard Winter. „Das scheint wohl die Konsequenz der Konkurrenz der Krankenkassen zu sein“, so Winter weiter. Diese zwingt die Krankenkassen, dem betriebswirtschaftlichen Ergebnis oberste Priorität einzuräumen. „Und da bieten sich Krankschreibungen als Einsparfaktor an. Die Konkurrenz wird auf dem Rücken der Versicherten und zu Lasten der PatientInnen ausgetragen“, so Bernhard Winter.
Dass die Ablehnung einer Krankschreibung oft nicht medizinisch begründet ist, zeigt sich auch daran, dass der Widerspruch gegen die Ablehnung durch den behandelnden Arzt häufig dazu führt, dass diese zurückgenommen wird. Für PatientInnen und ÄrztInnen bedeutet dies aber ein mehr an unnötigem bürokratischem Aufwand.
„Die Ökonomisierung des Gesundheitswesens führt dazu, dass Zwecke und Mittel oft völlig verkehrt werden. Die Krankenkassen arbeiten nicht mehr für sondern gegen ihre Versicherten“, so Bernhard Winter.
Dieser Trend wird hoffentlich bald wieder umgekehrt!


Dr. Bernhard Winter
(Stellvertretender Vorsitzender)

PDF: Presseerklärung des vdää zur Ablehnung von Krankschreibungen

 


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